Ein HOCHTIEF PPP Solutions Spin-Off

Standortentwicklung für Ladeinfrastruktur

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Elektroauto durch die Stadt, die Batteriestandswarnung blinkt und Sie suchen verzweifelt nach einer Ladesäule. Doch wo stehen diese eigentlich, und wer entscheidet, dass ausgerechnet an diesem Straßenrand oder Parkplatz eine Ladesäule entsteht? Die Standortentwicklung für Ladeinfrastruktur ist ein bisschen wie ein urbanes Puzzle: Wir, von der HOCHTIEF Ladepartner GmbH, brauchen ein gutes Gespür für die Bedürfnisse von Fahrern und Städten, um die idealen Plätze zu finden. In diesem Beitrag tauchen wir ein in die Welt der Entscheidungen. Wer zieht die Fäden und wie wird der ideale Standort für die Ladesäule von morgen bestimmt?

Die Planung von Ladeinfrastruktur beginnt mit der Frage, welche Art von Ladesäulen benötigt wird. Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Schnellladesäulen (DC), die Elektroautos in kürzester Zeit aufladen, und AC-Ladesäulen, die für längere Ladezeiten geeignet sind. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie die Standortwahl und die Zielgruppe beeinflusst – Schnellladesäulen werden oft an stark frequentierten Orten wie Autobahnen oder Einkaufszentren benötigt, während AC-Ladesäulen in Wohngebieten oder bei Arbeitsplätzen punkten.

Um den Bedarf für Ladeinfrastruktur in deutschen Städten zu ermitteln, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Je höher die Anzahl zugelassener Elektroautos in einer Stadt, desto größer ist der Bedarf. Ebenso beeinflussen die lokale Einwohnerdichte und der Anteil von Mehrfamilienhäusern im Vergleich zu Einfamilienhäusern die Nachfrage, weil in dicht besiedelten Gebieten mit vielen Mietwohnungen oft die Möglichkeit fehlt, private Ladesäulen zu installieren. Gleichzeitig wird der Bedarf umso dringlicher, je weniger öffentlich zugängliche Ladesäulen bereits vorhanden sind. Diese Analyse bildet die Grundlage für die Entscheidung, in welchen Städten wir als nächstes aktiv werden.  Entweder werden Städte mit hohem Bedarf gezielt ausgewählt, oder wir beteiligen uns an Ausschreibungen, die Städte für den Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur veröffentlichen.

Sobald eine Stadt mit hohem Bedarf identifiziert ist, beginnt die detaillierte Planung. Für die Planung spielen neben dem Anteil an Mehrfamilienhäusern und der bestehenden Ladeinfrastruktur, auch die Barrierefreiheit eine Rolle. Ebenso praktische Aspekte wie die Restgehwegbreite für Fußgänger werden berücksichtigt. Der nächste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit den zuständigen städtischen Behörden. Es wird geklärt, ob die Stadt bereits ein Konzept für die öffentliche Ladeinfrastruktur entwickelt hat.

Falls ein solches Konzept existiert, passen wir unsere Planung an diese Vorgaben an, um eine nahtlose Integration zu gewährleisten. Parallel dazu prüfen wir, ob die Stadt Ausschreibungen für den Aufbau von Ladeinfrastruktur veröffentlicht hat, an denen wir uns beteiligen können. Die Installation von Ladesäulen auf öffentlichem Grund erfordert die Beantragung von Sondernutzungserlaubnissen, um die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen zu erfüllen. Dieser Prozess erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt, um Genehmigungen, Zeitpläne und etwaige Fördermöglichkeiten zu klären.

Die Entscheidung über den Standort ist somit ein Zusammenspiel aus datenbasierter Analyse, städtischen Vorgaben und einem Gespür für die Bedürfnisse der Nutzer. Stadtplaner, Energieversorger, Unternehmen und manchmal auch Bürgerinitiativen arbeiten zusammen, um dieses Puzzle zu lösen. Das Ziel? Eine Ladeinfrastruktur, die nicht nur die Elektromobilität fördert, sondern auch in das Stadtbild passt und den Alltag der Fahrer erleichtert. So entsteht Schritt für Schritt ein Netz aus Ladesäulen, das die Mobilität von morgen antreibt.